Stützpunkttraining Technik in Germering am 20.02.2009

Kleine Gemeinheiten – große Wirkung:

Nervendrucktechniken mit Herbert Kropf

Wer 40 Jahre in einer Justizvollzugsanstalt gearbeitet und über 100 Einsätze erfolgreich bestanden hat, der weiß, dass im Selbstverteidigungsfall jede Sekunde zählt. Herbert Kropf ist ein Freund der blitzschnellen Techniken. Dieter Meier, Vizepräsident Breitensport des Ju-Jutsu-Verbandes Bayern, hatte den Ju-Jutsu Pionier aus Grassau als Referenten für das Stützpunkttraining  Technik in Germering am 20. Februar 2009 gewinnen können.

Rund 30 Ju-Jutsuka aller Gürtelfarben erlebten mit Herbert Kropf einen interessanten und lehrreichen Abend.

Die erste Technik, die Herbert zeigte, war eine Würgetechnik mit dem Unterarm, die vorbereitet durch einen kurzen Schock, den Gegner schnell kampfunfähig macht.

Eine weitere kleine Gemeinheit mit sofortiger Wirkung ist die Backen-Nervendruck-Technik. Sie wird von außen am Ende der beiden Zahnreihen angesetzt. Herbert erklärte den Verlauf der Nervenbahnen. Neben den Schmerzpunkten im Gesicht führen unterhalb der Nase die Nervenbahnen zu einem Nervenzentrum zusammen. Hier ist der Ansatzpunkt  für die klassische Nasendrucktechnik.

Ist ein Gegner unter Kontrolle, zeigt uns die „Schmerzbrücke“, wenn er am Boden liegt, oder der Zehenstand, wenn der Gegner im Stand ist, dass er kampfunfähig ist.

Allerdings lässt die Kontrolle durch den Schmerz nach etwa 10 Sekunden nach. Denn danach schwächt das Schmerzempfinden erst einmal ab. Deshalb sind „Schmerzen in Intervallen die besten Schmerzen“, so Herbert. Das bedeutet für den Verteidiger, den Gegner auch mal wieder lockerer zu halten und dann den Hebel wieder zu verstärken.

Der Abend verging dank Herberts äußerst unterhaltsamer Art wie im Fluge. 
Großen Respekt verdient auch Marco, der als „böser Angreifer“ unermüdlich im Einsatz war.

 Text: Astrid Grimm, SCUG

 

Fotos: Uschi Guba