Frauen wehren sich erfolgreich
Jede Frau kann sich erfolgreich wehren! Wie – das lernten
die Frauen im Selbstverteidigungskurs, der am 2./3. April 2011 von der
Abteilung Ju-Jutsu/Karate des SCUG angeboten wurde.
Prävention, Selbstbehauptung und Selbstverteidigung sind die
drei Säulen, auf denen das bewährte Konzept „Frauenselbstsicherheit“ des
Deutschen Ju-Jutsu Verbands beruht. In dem 14-stündigen Wochenendkurs zeigten
die drei Referenten Charlotte Hofmann, Beauftrage der Polizei für Frauen und
Kinder (BPFK), sowie Ottmar Thalmeier, Ausbilder für Selbstverteidigung beim
Flughafenzoll München, und Astrid Grimm, Kursleiterin Frauenselbstsicherheit,
vom SCUG, den 10 Teilnehmerinnen in Alter von 12 bis 68 Jahren, wie sie
Gefahrensituationen erkennen, rechtzeitig Grenzen setzen und sich wirksam
verteidigen können. Dabei gilt es, dem potentiellen Täter durch selbstbewusstes
Auftreten klar zu machen, dass man kein Opfer ist.
Um die Frauen auf den Ernstfall vorzubereiten, wurden Themen wie Angst, Willensschulung und Angriffspunkte beim Mann erläutert. „Eure Körper ist die beste Waffe.“, erklärte Astrid Grimm.
Unsicherheit bestand bei den Frauen, ob sie denn wirklich
„zuschlagen“ dürften.
An dieser Stelle legte Ottmar Thalmeier einen Exkurs
zum Notwehrrecht ein. Was sagt das Gesetz? Wo liegt der Unterschied zwischen
Notwehr und Rache? Wie lange darf man sich verteidigen? Was ist ein
Notwehrexzess?
Die Teilnehmerinnen hatten zudem die Gelegenheit,
Situationen, in denen sie sich bisher unsicher waren, zu erproben. Verhalten in
S- und U-Bahn und in engen Räumen, wie zum Beispiel Fahrstühlen wurde
durchgespielt. Mit den Trainern und den anderen Frauen konnten konstruktive
Lösungen entwickelt werden. Dabei stand die Gewaltprävention im Vordergrund.
„Am Wichtigsten ist immer die eigene körperliche
Unversehrtheit“, betonte Otti Thalmeier. Der Zollbeamte ist aus beruflichen
Gründen Konfliktsituationen ausgesetzt und die Teilnehmerinnen profitierten von
seinen Tipps zur Entschärfung von gefährlichen Situationen und Ratschlägen, wie
sie einer Person helfen können, ohne sich selbst zu gefährden.
Kriminalhauptkommissarin Charlotte Hofmann informierte über
polizeiliche Statistiken, Notwehr, Stalking und häusliche Gewalt. „Über 80
Prozent der Frauen, die sich wehrten, konnten eine Vergewaltigung verhindern.“,
berichtete sie. „Allerdings ist es statistisch eher selten, dass der Unbekannte
nachts aus dem Gebüsch springt und eine Frau vergewaltigen will. Sexuelle
Straftaten werden am häufigsten von Personen begangen, die zum Bekanntenkreis
der Frauen gehören.“ An dieser Stelle wies die Beauftrage der Polizei für
Frauen und Kinder (BPFK) auf das relativ neue Angebot der Münchner
Notfallambulanz (089/21 80 – 73 011, montags bis freitags ganztags) für
weibliche Gewaltopfer hin. Auch wenn Frauen noch keine Anzeige bei der Polizei
machen wollen, besteht hier die Möglichkeit, Verletzungen gerichtstauglich
dokumentieren zu lassen.
Am letzten Kurstag stieg Ottmar Thalmeier in den
Schutzanzug. Nun durften und mussten die Teilnehmerinnen ihre gelernten
Verteidigungstechniken mit aller Kraft und Konsequenz einsetzen.
Und da zeigte sich der Erfolg der beiden Tage: Jede Frau
schaffte es, mit einfachen SV-Techniken den Gegner k.o. zu schlagen.
Am Ende waren sich alle einig: jede Teilnehmerin hatte ihre
starken Seiten kennen gelernt und entwickelt. Und weil es so viel Spaß gemacht
hat, ist ein Auffrischungskurs im Oktober 2011 geplant.

Astrid Grimm, Pressewartin SC Unterpfaffenhofen-Germering,
Abteilung Ju-Jutsu/Karate