Frauen
Selbstverteidigung: Die eigene Stärke kennen lernen.
Insgesamt neun Frauen und Mädchen nahmen am Selbstverteidigungskurs der Abteilung Ju-Jutsu/Karate des SC Unterpfaffenhofen-Germering am 22./23.10. 2011 teil. Neben einfach erlernbaren Selbstverteidigungstechniken übten die Teilnehmerinnen sich selbst zu behaupten und rechtzeitig Grenzen zu setzen.
Sich wehren können, wenn man angegriffen wird, das gibt Stärke und Mut. In dem zweitägigen Workshop zum Thema Selbstverteidigung für Frauen standen Themen wie Prävention, Selbstbehauptung und Selbstverteidigung auf dem Programm. Auf diesen drei Säulen beruht das Konzept „Frauenselbstsicherheit“ des Deutschen Ju-Jutsu Verbands. Die Teilnehmerinnen übten mit den Referenten Ottmar Thalmeier, Ausbildung für Selbstverteidigung beim Flughafenzoll München und Astrid Grimm, Kursleiterin Frauenselbstsicherheit vom SCUG, wie sie Gefahrensituationen erkennen, rechtzeitig Grenzen setzen und sich wirksam verteidigen können.
Wie gehe ich mit meiner Angst um? Kann ich wirklich konkret sagen, was mir nicht gefällt, oder bin ich dann unhöflich? Statistiken der Polizei zeigen, dass sexuellen Übergriffe hauptsächlich im persönlichen Nahbereich passieren. Gerade da fällt es Frauen schwer – meist aus Höflichkeit – Grenzen zu setzen. Der Angriff des Unbekannten ist nach den Statistiken eher selten. Durch präventive Maßnahmen, wie zum Beispiel eine aufmerksame Beobachtung der Umwelt lassen, sich die Gefahren reduzieren.
„Am Wichtigsten ist immer die eigene körperliche Unversehrtheit“, betonte Otti Thalmeier. Der Zollbeamte ist aus beruflichen Gründen Konfliktsituationen ausgesetzt und die Teilnehmerinnen profitierten von seinen Tipps zur Entschärfung von gefährlichen Situationen und Ratschlägen, oder wie sie einer Person helfen können, ohne sich selbst zu gefährden.
Wenn sich eine Konfrontation trotz aller vorbeugenden Maßnahmen nicht vermeiden lässt, dann ist entschiedene Selbstverteidigung angesagt. „Wer sich zur Verteidigung entschlossen hat, muss mit aller Konsequenz handeln“, erklärte Astrid Grimm. Dies setzt einen starken Willen voraus. Übungen zur Willensschulung zeigten den Frauen, dass Aufgeben zuerst im Kopf stattfindet. So belegen auch die polizeilichen Statistiken, dass über 80 Prozent der Übergriffe durch die Gegenwehr der Frauen gestoppt werden konnten.
Unsicherheit bestand bei den Frauen, ob sie denn wirklich „zuschlagen“ dürften. An dieser Stelle legte Ottmar Thalmeier einen Exkurs zum Notwehrrecht ein. Was sagt das Gesetz? Wo liegt der Unterschied zwischen Notwehr und Rache? Wie lange darf man sich verteidigen? Was ist ein Notwehrexzess?
Nach vielen Übungen und Theorie wurde es dann Ernst: Am letzten Kurstag stieg Ottmar Thalmeier in den Schutzanzug. Nun durften die Teilnehmerinnen ihre gelernten Verteidigungstechniken mit aller Kraft und Konsequenz einsetzen. Und da zeigte sich der Erfolg der beiden Tage: Jede Frau schaffte es, mit einfachen aber konsequent durchgeführten SV-Techniken den Gegner k.o. zu schlagen.



